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Der Körper



Warum tut Muskelkater weh?

Ihr kennt das sicher alle. Ihr habt eine neue Turnübung oder einen ungewohnten Langlauf gemacht, die erste Reitstunde gehabt oder versucht, zwei Stunden Holz zu hacken. Und am nächsten Tag spürt ihr einen entsetzlichen Muskelkater. Es ziept und zwickt in den Armen oder Beinen, im Rücken oder Nacken, als ob Ihr todkrank wärt. Muskelkater!

Ihr müßt wissen, daß es zweierlei Arten von Muskelfasern gibt - rote und weiße. Um zu funktionieren, brauchen die roten Fasern Fett. Sie verbrennen es regelrecht. Dazu müssen sie vom Blut ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Bei den weißen Muskelfasern ist es anders. Sie wandeln Kohlenhydrate - wie etwa Zucker - in Milchsäure um. Daraus beziehen sie ihre Energie. Für diese Umwandlung ist kein Sauerstoff nötig. Den braucht man erst nachher, um die im Muskel angestaute Milchsäure wieder zu entfernen.

Muskeln, die ständig trainiert werden, enthalten hauptsächlich rote Fasern. Hier hat sich die Sauerstoffversorgung gut eingespielt. Diese Muskeln können über längere Zeit hinweg kräftig Dienst tun. Weniger geübte Muskeln haben mehr weiße Fasern. Das ist klug eingerichtet. Denn so kann man diese Muskeln ­ zumindest für kurze Zeit - auch dann kräftig einsetzen, wenn die Versorgung mit Sauerstoff nicht gesichert ist. Das ist im Ernstfall wichtig - zum Beispiel bei Gefahr, wenn man wegrennen oder sich wehren muß. Falls man diese ungeübten Muskeln aber längere Zeit arbeiten läßt - also bei einer Turnübung, die man noch nie gemacht hat -, dann übersteigt die Konzentration der Milchsäure in den weißen Fasern das normale Maß. Diese Milchsäure spürt man; sie tut regelrecht weh. Das ist der Muskelkater. Er vergeht wenn der allmählich herangeführte Sauerstoff die Milchsäure wieder abbaut.

Übt man den Muskel weiter, so wird er schnell "umgebaut" : die weißen Fasern werden durch rote ersetzt und eine gut funktionierende Sauerstoffversorgung entsteht. Dann ist der Muskel "trainiert" und es gibt keinen Muskelkater mehr.

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