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Der Körper



Wie funktioniert das Gedächtnis?

Das ist Euch wahrscheinlich auch schon aufgefallen: Ihr lernt ein Gedicht für den Deutschunterricht gerade so, dass Ihr es aufsagen könnt, aber eine Stunde später habt Ihr die Hälfte schon wieder vergessen. Darüber braucht Ihr Euch nicht zu ärgern; das ist völlig normal. Die einzige Möglichkeit, das Gedicht länger im Kopf zu behalten, besteht im mehrmaligen Lernen. Wenn Ihr das Gedicht am gleichen Tag und am nächsten Tag nochmal lernt und am dritten Tag wieder bleibt jedesmal etwas mehr hängen.Gedächtnis

Gedanken und Eindrücke speichert der Mensch zunächst im Ultra-Kurzzeit-Gedächtnis (so nimmt man jedenfalls an). Aber nur etwa zwanzig Sekunden lang. Wenn das Gehirn in dieser Zeit beschlossen hat, dass das gerade Gehörte oder Gelesene unwichtig ist, wird die Information einfach gelöscht - sie würde sonst nur den Gedächtnis-Speicher unnötig füllen.

Wenn Ihr die Information aber für einigermaßen interessant haltet, wird sie vom Ultra-Kurzzeit-Gedächtnis ins Kurzzeit-Gedächtnis weitergegeben. Dort bleibt sie etwa eine Stunde. Im Kurzzeit-Gedächtnis ist beispielsweise die Einkaufsliste für den Supermarkt gespeichert. Diese Liste wird später nicht mehr gebraucht. Man kann sie also getrost vergessen.

Im Langzeit-Gedächtnis ist vieles gespeichert. Zum Beispiel - fürs Einkaufen - in welchem Regal welche Ware liegt. Das hat man deshalb behalten, weil man schon dreißigmal im selben Supermarkt einkaufen war. Man hat es sozusagen mehrmals hintereinander gelernt.

Dass Dinge, die im Langzeit-Gedächtnis gespeichert waren, dann doch vergessen werden können, bedeutet nicht, dass sie ganz weg sind. Meist weiß dann das Gehirn nur einfach nicht mehr, wo es die Information gelagert hat. Es findet sie gerade nicht. Andereseits werden durch Musik oder Gerüche manchmal Erinnerungen geweckt, die seit Jahrzehnten verschüttet waren.

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