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Die Medizin



Ein unsauberes Pflaster ist schlechter als gar keins

Kaum ein Ausflug, ein Zeltlager oder ein Schullandheim-Aufenthalt vergehen, ohne daß es zu den üblichen kleinen Verletzungen kommt. Wir kennen das alle. Aber kann auch jeder von uns helfen?

Es gibt Schürfwunden. Das sind Hautabschürfungen, bei denen feinste Blutgefäße und Nervenenden verletzt sind. Sie bluten nur leicht, schmerzen aber sehr.

Schnittwunden. Sie entstehen durch Verletzung mit Messer, Glasscherben., Blech usw. Diese Wunden bluten stärker. Dadurch werden Krankheitskeime ausgeschwemmt und die Infektionsgefahr ist geringer.

Wunden durch eingedrungene Fremdkörper. Das können Glas, Nägel, Drahtspitzen usw. sein. Wichtig : Fremdkörper nicht selbst entfernen! Das ist Sache des Arztes! Hauptfeind Nummer eins für eine Wunde sind die Krankheitskeime, die sich überall befinden. An der umgebenden Haut, in der Kleidung, am Erdboden, in der Luft. Wenn zu viele Krankheitserreger in die Wunde gelangen, ist die Heilung gefährdet. Es kann zu Entzündung, Eiterung, Wundstarrkrampf, Gasbrand und anderen schlimmen Sachen kommen.

Die wichtige - und meist einzige - Aufgabe bei der Ersten Hilfe ist, das Eindringen von Krankheitskeimen zu verhindern. Das heißt: die Wunde muß keimfrei und trocken bedeckt werden. (In schwierigen Fällen muß man aber dennoch innerhalb der nächsten Stunden zum Arzt.)

Folgendes ist verboten:

  • Das Berühren der Wunde (auch deren Umgebung)
  • Das Ausspülen
  • Das Aussaugen
  • Das Entfernen von Fremdkörpern
  • Das Aufstreuen von Puder
  • Die Feststellung von Ausdehnung und Tiefe der Wunde

    Durch diese Maßnahmen würden nur Keime in die Wunde gelangen. Teilweise würde auch der körpereigene Heilungsvorgang erschwert. Die Wundauflage muß keimfrei sein. In der Praxis heißt das: sie muß bis zur Verwendung originalverpackt sein. Sollte einmal kein solches Verbandsmaterial zur Hand sein, so ist es besser, die unbedeckte Wunde an der Luft trocknen zu lassen (sie bildet ja ohnehin bald eine schützende Kruste), als "irgendein" Taschentuch, ein Kopftuch oder einen Hemdzipfel herumzuwickeln.

    Bei der Auswahl von geeignetem und platzsparendem Verbandsmaterial hilft Euch Euer Apotheker gerne. Für den modebewußten Wundenträger gibt es sogar buntes Heftpflaster in allen Farben.

    Und so wird die Wunde versorgt:

    1. Sie wird mit sterilem Mull (bei kleinen Wehwehchen mit Pflaster) bedeckt. Die der Wunde zugekehrte Seite von Mull und Pflaster darf nicht berührt werden.

    2. Darauf kommt, wenn es nötig ist, ein Polster (aus Mullkompresse, Zellstoff oder Watte).

    3. Das Ganze wird befestigt (mit Binde oder Dreieckstuch). Zum Schluß sollte man nicht mit ein paar tröstenden Worten für das arme Opfer sparen, und sei die Schramme noch so winzig. Guter Zuspruch ist oft ebenso wichtig wie ein perfekter keimfreier Verband.

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