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Die Zeit



Das Jahr mit den dreizehn Monaten

In altertümlichen Texten könnt Ihr statt dem Wort "Monat" manchmal "Mond" lesen. Den April beispielsweise hat man früher "Ostermond" genannt, den Juni "Brachmond". Unser Wort "Monat" kommt wirklich vom "Mond" und das ist eine ganz kuriose Geschichte.

Die alten Kalendermacher vor vielen hundert Jahren fanden, daß ein Mondumlauf - also die Zeit von einem Neumond bis zum nächsten - eine gute und praktische Zeiteinheit sei. Dagegen ist nichts zu sagen. Wenn den Leuten nur damals nicht die Zahl zwölf heilig gewesen wäre! Das erkennt Ihr an vielen Zeiteinteilungen. Der Tag und die Nacht haben jeweils zwölf Stunden, die Minute besteht aus 12x5 Sekunden. Der Himmel ist in zwölf Tierkreiszeichen aufgeteilt - und so weiter.

Deshalb beschlossen sie, daß auch ein Jahr aus zwölf Mondumläufen (oder "Monden") bestehen solle. Damit kamen die Kalendermacher aber bald in fürchterliche Schwierigkeiten, und die Jahresumläufe gerieten so durcheinander, daß man bald Ostern zu Weihnachten feiern mußte. Denn ein normales Jahr - etwa von der Sommersonnenwende bis zur nächsten Sommersonnenwende gerechnet ­ enthält nicht zwölf, sondern leider rund dreizehn Mondumläufe. Die Natur hält sich eben nicht immer an heilige Zahlen.

Papst Gregor XIII machte im Jahre 1582 dem Durcheinander ein Ende und sprach ein Machtwort. Bei der heiligen Zahl 12 mußte man bleiben, das meinte auch er. Zwölf Monate mußten es sein.

Sie wurden über das Jahr mit seinen 365 (in Schaltjahren 366) Tagen die Monate einigermaßen gleichmäßig verteilt ­ mal sind sie 30, mal 31 und einmal auch nur 28 oder 29 Tage lang. Mit den Mondumläufen passen sie nun allerdings nicht mehr zusammen. Nur den Namen behielten sie.

Schon der griechische Astronom Hipparch von Nikaia, der etwa von 190 bis 120 vor Christus lebte, berechnete ein Sonnenjahr auf 365 1/4 Tage, abzüglich 4 Minuten und 48 Sekunden. Den Mondumlauf ermittelte er auf 29 Tage, 12 Stunden, 44 Minuten und 3 1/2 Sekunden. Wie wir heute wissen, irrte er sich beim Jahr nur um sechs Minuten, beim Mondumlauf um weniger als eine Sekunde.

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