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Die Zeit



Wie der Kalender zu seinem Namen kam

Am Ersten jeden Monats war bei den Römern Zahltag. Da wurden Schulden und Zinsen fällig. Dieser erste Tag des Monats hieß "Calendae". Das kommt von "calare" (rufen) Denn an den Calenden rief der Pontifex minor (ein Unterpriester) aus, ob in diesem Monat die Nonen am 5. oder am 7 Tag seien. Das war nötig, denn die sonst so praktischen Römer hatten sich einen komplizierten Kalender ausgedacht. Die "Nonen" und die "Iden", wichtige Merktage im Monat, lagen nie gleich. Die Iden waren im März, Mai, Juli und Oktober am 15. Tag des Monats, an allen anderen Monaten am 13. Tag. Die Nonen lagen jeweils acht Tage davor. Die einfachen Leute konnten sich das nicht ausrechnen. Drum mußte der Priester jedesmal am Calendae ausrufen, wie der Monat diesmal aussah. So kam der Name "Kalender" zustande.

Das römische Kalendersystem war übrigens fortschrittlich einfach gegenüber dem griechischen. Dort hatte jede größere Stadt ihren eigenen Kalender und eigene Monatsnamen. 400 davon sind noch überliefert. Es gab auch keine einheitliche Jahreszählung. Die Römer machten sich lustig über das griechische Kalenderchaos. Kaiser Augustus pflegte von faulen Schuldnern zu sagen, sie würden an den "griechischen Calenden" bezahlen.

Das hieß nach römischer Ansicht nie.

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