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1952 gewann der neue Rennsportwagen „Mercedes-Benz 300 Sport Leicht“
unerwartet die wichtigsten Rennen in Europa und sogar die Carrera Panamericana
in Mexiko. Daraufhin überredete der amerikanische Importeur Maximilian
Hoffmann den Vorstand von Daimler-Benz, aus dem Rennwagen einen Sportwagen zu
entwickeln. So wurde innerhalb von sechs Monaten der Supersportwagen mit den
Flügeltüren gebaut, nachdem klar war, dass ein genügend großes
Interesse bestand und etliche Interessenten den Wagen kaufen würden. Die
Möwenschwingen (Gullwing) genannten Flügeltüren mussten eingebaut
werden, weil durch den Gitterrohrrahmen die Seitenteile des Wagens sehr breit
wurden. Normale Türen hätten keinen Platz gefunden. Der Einstieg in
den 1400 Mal gebauten „Gullwing“ ist dadurch etwas kompliziert,
weswegen sich auch das Lenkrad wegklappen lässt. Andernfalls hätte
man keine Chance, die Beine darunter einzufädeln. Ein wenig Übung
gehört allerdings immer noch zum Einsteigen, sonst sieht das ziemlich lächerlich
aus.
In den Vereinigten Staaten wollten die Kunden schnell mehr Komfort, einen
Kofferraum – und möglichst ein Kabrioverdeck. So wurde der Roadster
entwickelt, der normale Türen besitzt, ein normales Lenkrad, Scheiben zum
herunterkurbeln und etwas mehr Platz fürs Gepäck.. Die Leistung blieb
unverändert bei 215 PS.
Mit einer Spitzengeschwindigkeit von über 250 km/h war der 300er 1954 der
schnellste Serienwagen der Welt (ein Porsche schaffte damals 160 km/h). Er kostete
29000 Mark, etwa acht Mal so viel wie ein VW Käfer. Nur reiche Menschen
konnten sich das Auto leisten: Rennfahrer und Könige, Filmstars und Playboys.
Heute ist das nicht anders: Anfang 2011 wurde ein Flügeltürer in Amerika
für etwas 1 Million Euro versteigert. Und eine Zeitung krönte den
300er 1999 zum Sportwagen des Jahrhunderts.
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